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Übergewicht bei Kindern

In Deutschland nimmt die Zahl Übergewichtiger dramatisch zu. Da die Grundlagen für das Ernährungsverhalten z.T. schon in der Kindheit gelegt werden, sollte dort auch die Prävention von Übergewicht beginnen.

„Studien zeigen, dass Kinder, die im Vorschulalter immer wieder Obst und Gemüse angeboten bekommen, dieses auch später eher essen als Kinder, die keine entsprechende Essensauswahl erhalten. Feste Essensregeln und gemeinsame Mahlzeiten können auch verhindern, dass die Kinder unkontrolliert Lebensmittel in sich hineinstopfen. Schon im Kindergartenalter sollten Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrem eignen Körper lernen“, rät Frau Dr. Gunhild Kilian-Kornell, Kinder- und Jugendärztin sowie Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Die Umwelt spielt neben genetischen Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Übergewicht. Die zunehmende Fettleibigkeit vieler Kinder und Jugendlichen beruht u.a. auf einer deutlichen Lebensstilveränderung seit den Siebzigerjahren: Kinder nehmen mehr „leere Kalorien“ zu sich, wie z.B. ballaststoffarme Fastfood-Menüs, und verbrauchen immer weniger durch Bewegung. In den Schulen sind Süßigkeiten und Softdrinks leicht zu erwerben. Demgegenüber gehen immer weniger Kinder zu Fuß zur Schule als noch vor etwa 20 Jahren. “Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder gesunde Pausenbrote mit Obst bzw. Gemüse und ungesüßte Getränke bekommen. Wenn zu Hause auf eine ausgewogene Mischkost geachtet wird, kann das Kind zwar gelegentlich Fastfood essen, doch dies sollte nicht die Regel sein“, erklärt Frau Dr. Kilian-Kornell. Auch das Bewegungsverhalten der Kinder wird u.a. von den Eltern geprägt. Kinder, deren Väter sportlich aktiv sind, treiben z.B. dreimal häufiger Sport als Kinder von inaktiven Vätern.

Bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinder- und Jugendarzt können Eltern sich darüber informieren, in welchem Gewichtsbereich sich ihr Kind befindet. In Schweden ermittelt der Kinder- und Jugendarzt z.B. bereits bei dem Gesundheitscheck der Vierjährigen den BMI. Auch Erziehungseinrichtungen und Schulen können einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Übergewicht leisten: So sollen z.B. in Amerika Softdrinks von den Schulen verbannt werden und stattdessen Mineralwasser, ungesüßte Getränke und fettarme Milch angeboten werden.

Giftige Pflanzen

Häufig wissen Eltern kaum noch, welche Pflanzen giftig sind, so daß es immer wieder zu Vergiftungsunfällen kommt.

So befindet sich in manchen Gärten von Familien mit Kindern die Eibe, ein immergrünes Ziergehölz. Am gefährlichsten sind ihre (zerkleinerten) Nadeln und die (zerkauten) Samen ihrer roten Beerenfrüchte, die allerdings äußerst bitter schmecken. Nur geringe Mengen reichen, um bei Kindern schon schwere Vergiftungen auszulösen. Im schlimmsten Fall kann das Gift der Pflanze eine Atemlähmung herbeiführen. Das Fruchtfleisch selbst ist unbedenklich.

Auch der Goldregen, der im Frühling und Frühsommer kräftige gelbe hängende Blüten hat, ist bei Hobby-Gärtnern beliebt. Dabei sind alle Pflanzeteile und vor allem die Schoten mit dem bohnenähnlichen Samen giftig. Familien, die gerne im Gebirge wandern, sollten auch den stark giftigen Fingerhut kennen, seine Blütezeit ist Juni bis Juli.

Bekannter ist die Tollkirsche, die im Juni bis August blüht und im Spätsommer dann die violett-schwarze Beere trägt. Beim Verzehr wird das Gesicht rot, die Pupillen erweitern sich, es kommt zu einer starken Erregung (daher der Name), zu Krämpfen, und durch Atemlähmung kann der Tod eintreten. Sie hat wie die Engelstrompete auch bei einigen Jugendlichen zu Vergiftungen geführt, da diese die Pflanzen als Droge einnahmen – in dem Glauben, dass natürliche Pflanzen weniger gefährlich seien als chemisch hergestellte Rauschmittel. Beide Pflanzen können beängstigende Halluzinationen (Störungen der Wahrnehmung), Panikzustände und Herzrasen auslösen.

Sollte Ihr Kind Pflanzenteile zu sich genommen haben, bleiben Sie ruhig und rufen den Notarzt (112 oder 19222) bzw. den Giftnotruf (030 – 19240) an. Bewahren Sie Reste der Pflanze zur Sicherheit auf.

Sport im Vorschulalter

Bei sportlichen Aktivitäten im Vorschulalter sollten Kinder vor allem grundlegende Bewegungsformen erlernen. Dazu gehören Laufen und Springen sowie Kriechen und Rollen. Darauf weist der Verein Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder in Bonn hin. Je breiter gefächert das Bewegungsangebot, desto besser.

Mit dem Eintritt in die Grundschule seien Kinder in der Lage, eine „richtige“ Sportart zu betreiben. Zwar sei Spezialisierung auf eine Sportart in Ordnung, doch sollten Eltern darauf achten, dass das Training möglichst vielseitig ist. Viele Jungen und Mädchen entscheiden sich dem Verein zufolge für Fußball. Diese Sportart trainiere Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination und Teamgeist.

Kindersicherheit

Zum Schutz der eigenen Kinder müssen Eltern lange vorausschauend mitdenken.

Erst mit etwa neun bis zehn Jahren fangen Kinder an, selbstständig Maßnahmen zu ergreifen, um sich gegen zukünftige Gefahren zu schützen. Eltern müssen deshalb lange vorausschauend mitdenken, ihre Kinder immer wieder altersgerecht vor Gefahren warnen und ihnen geeignete Vorsichtsmaßnahmen beibringen, um Unfälle zu vermeiden. Bis Kinder fünf Jahre alt sind, lernen sie nur im Zusammenhang mit Gegenständen oder Orten vorsichtig zu sein, nicht situationsspezifisch. Wenn ein Kind sich z.B. an einer Herdplatte brennt, ist es dort zukünftig vorsichtiger, nicht aber mit dem Bügeleisen. In den ersten fünf Lebensjahren nehmen Unfälle die Spitzenposition in der Statistik der Todesursachen in Europa ein.

Besonders gefährdet sind ein- bis zweijährigen Kinder, denn sie haben noch keinen Selbstschutz. Der Sturz vom Wickeltisch ist eine der Hauptursachen für Unfälle im ersten Lebensjahr. Eltern dürfen die Kraft ihres Kindes nicht unterschätzen. Auch ein Säugling kann sich unter einer festhaltenden Hand herausdrehen. Bei den Zweijährigen sind neben Stürzen bei Laufversuchen vor allem Verbrühungen schuld an Unfällen. Sie ereignen sich in fast der Hälfte der Fälle, wenn Eltern kochen und das Kind dazwischen gerät, gefolgt von Verbrühungen durch heiße Getränke. Auch hier könnten einfache Vorsichtmaßnahmen, wie z.B. Herdschutzgitter, und Verhaltensregeln, wie keine heißen Getränke mit einem Kind auf dem Arm zu sich zu nehmen, die meisten Unfälle verhindern.

Im Vorschulalter nimmt das Unfallrisiko statistisch gesehen ab, um dann wieder bei den 12- bis 13-Jährigen zu steigen. Hier spielen Sport und die Teilnahme am Verkehr eine wichtige Rolle. Eltern sollten schon im Vorschulalter mit der Verkehrserziehung beginnen, damit Kinder schrittweise richtige Verhaltensweisen im Verkehr übernehmen. So sollten sich Kinder beispielsweise auch von klein auf daran gewöhnen, beim Fahrradfahren einen Helm zu tragen, da dieser einen Großteil der gefährlichen Kopfverletzungen verhindern kann. Auch beim Skifahren sollten Kinder vom ersten Schwung an einen schützenden Helm tragen.

Erkältungskrankheiten

Kinder sollten im Winter zum Schutz vor Erkältungen viel trinken und Obst und Gemüse essen.

Durch die Vitamine wird das Immunsystem gestärkt, Getränke gleichen den Flüssigkeitsverlust durch trockene Heizungsluft und kaltes Wetter aus. Besonders wichtig ist Vitamin C, das vor allem in Zitrusfrüchten und Kartoffeln vorkommt. Es unterstützt das Immunsystem. Vitamin A ist gut für die Schleimhäute. Es ist laut Experten unter anderem in Milchprodukten und Eigelb vorhanden.

Erkältungen werden vor allem durch Rhinoviren verursacht. Zwar verfügt der Körper über verschiedene Abwehrmechanismen gegen die Viren, diese entwickeln sich aber erst im Laufe des Lebens. „Normalerweise werden die Erreger von einer zähen Schleimschicht der Atemwege abgehalten. Die trockene Luft entzieht dem Körper aber Flüssigkeit und schadet damit auch den Schleimhäuten der Kinder, so dass die Viren sich dort besser einnisten können“, erklärt Thomas Fendel, Kinder- und Jugendarzt in München.

Masernzahlen steigen

Nach dem erneuten Ausbruch der Masern an einer Waldorfschule in Düsseldorf steigt die Zahl der Erkrankungen wieder an. Wie das Gesundheitsamt in Düsseldorf mitteilte, sind inzwischen 30 ungeimpfte Kinder dieser Schule an Masern erkrankt. Da viele Kinder an dieser Schule keinen Impfschutz haben, rechnen Experten mit einer weiteren Ausbreitung der hoch ansteckenden Virusinfektion. Insgesamt sind damit seit Anfang des Jahres laut Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (LÖGD) in Münster in Nordrhein-Westfalen (NRW) weit mehr als 200 Kinder erkrankt – die höchste Zahl an Erkrankungen in ganz Europa (bundesweit über 360 Fälle).

Es ist traurig, dass wir nach der verheerenden Masernepidemie des letzten Jahres mit zwei toten Kindern und vielen Kindern, die mit Komplikationen in Krankenhäusern behandelt werden mussten, wieder eine solche Häufung dieser gefährlichen Erkrankung in unserem Bundesland haben. Und das – trotz der Tatsache, dass die Behörden vor Ort – im Gegensatz zum letzten Jahr – viel konsequenter handeln. Dennoch ist es offensichtlich, dass die Impflücken – vor allem bei Jugendlichen – sehr groß sind und wir diese auch nicht schließen können, denn im Alter von 12-16 Jahren gehen Jugendliche erfahrungsgemäß nur selten zum Arzt. Deshalb ist eine Eindämmung der Masern auch so schwierig“, berichtet Dr. Thomas Fischbach, Vorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in NRW. „Um eine gezielte Impfaktion durchführen zu können, müsste man den Impfstatus der Schüler kennen. Leider ist dieser selten bekannt, und auch eine Impfpasskontrolle bringt oft keine vollständigen Ergebnisse. So tappen Mediziner und Behörden trotz großer Anstrengungen meistens im Dunkeln“, verweist Fischbach auf die Ergebnisse einer groß angelegten Impfpasskontrolle des Kreises Mettmann. Bei dieser wurden über 57.000 Schülern des Kreises überprüft. Bei fast 20.000 Schülern konnte bis heute kein Impfstatus festgestellt werden, da die Impfpässe – aus den verschiedensten Gründen – noch nicht gesehen werden konnten. 868 Schülern waren nachweislich noch nie gegen Masern geimpft worden. Impfstatuskontrolle vor dem Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung Um so gravierende Impflücken zukünftig zu verhindern, fordert der Verband der Kinder- und Jugendärzte seit Jahren, dass der Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung in Deutschland – wie in vielen anderen Ländern – zwingend an den Nachweis des vollständigen Impfschutzes gekoppelt ist. „Diese Regelung sollte für jede Gemeinschaftseinrichtung in Deutschland vorgeschrieben und auch gesetzlich verankert sein. Ich kann nicht verstehen, dass Politiker in unserem Bundesland einerseits öffentlich eine Impfpflicht in Erwägung ziehen, aber gleichzeitig bei neuen Gesetzentwürfen zulassen, dass Kinder mit unbekanntem Impfstatus immer noch Gemeinschaftseinrichtungen besuchen dürfen. Der Entwurf des neuen Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) in NRW sollte deshalb umgehend dahingehend ergänzt werden, dass bei der Aufnahme in den Kindergarten zukünftig immer der Impfstatus kontrolliert werden muss. Ansonsten sind die nächsten Masernepidemien schon vorprogrammiert“, kritisiert Fischbach den neuen Gesetzentwurf, der dem Parlament bereits vorliegt. „Deutschland hat sich verpflichtet, das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern bis zum Jahre 2010 zu eliminieren, zu erreichen. Jetzt kann die Politik wirklich zeigen, ob sie das öffentlich und international verkündete Anliegen tatsächlich ernst meint, oder ob man hierzulande weiterhin den – durch Impfung vermeidbaren – Tod von Kindern billigend in Kauf nimmt. Es kann nicht sein, dass sich Kinder, die z.B. aufgrund des Alters oder einer vorliegenden Immunerkrankung nicht geimpft werden können, in Gemeinschaftseinrichtungen des Staates den Tod holen. Daher ist die vom BVKJ geforderte Maßnahme – die im englischsprachigen Raum auch „no vaccination – no school“ genannt wird – der einzige Weg, die Menschenrechte der Kinder in Deutschland auf Gesundheit und Leben einzulösen. Alle Experten wissen das – es liegt jetzt an der Politik, die notwendigen Maßnahmen zu treffen“, unterstützt Univ.-Prof. Heinz-Josef Schmitt, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI), das Anliegen des Ärzteverbandes. Die STIKO empfiehlt zwei Masernimpfungen ab dem 11. Lebensmonat im Abstand von 4 Wochen – in Kombination mit der Mumps-, Röteln- und Windpockenimpfung.

Fernsehkonsum konsequent kontrollieren

Eltern sollten den Medienkonsum ihrer Kinder konsequent kontrollieren. So sollten kleine Kinder unter drei Jahren überhaupt nicht fernsehen, denn sie können das Gesehene noch nicht verarbeiten. Grundsätzlich gilt: Kinder dürfen nur sehen, was sie auch verstehen und erfassen können“, empfiehlt Dr. Thomas Fendel, Kinder- und Jugendarzt vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Zwischen drei und fünf Jahren sollte die Fernsehzeit auf 30 Minuten täglich beschränkt bleiben, mit sechs bis neun Jahren dürfen Kinder dann höchstens eine Stunde fernsehen, zwischen zehn und 13 Jahren können Eltern maximal 90 Minuten erlauben und über 13 Jahren bis zu zwei Stunden. Fernsehen übt auf Kinder von klein auf eine Faszination aus.

Indem Eltern die Zeiten notieren oder sogar einen Wecker benutzen, behalten sie einen besseren Überblick.Für kleine Kinder unter sechs Jahren eignen sich nur kurze, übersichtliche Filmsequenzen, die ohne schnelle Bildwechsel ablaufen.

Eltern sollten am besten zusammen mit ihren kleinen Kindern fernsehen, denn in diesem Alter können Kinder noch nicht zwischen Wirklichkeit und Fiktion unterscheiden. Schulkinder können dies zwar, aber auch für sie sollten die Szenen noch nicht zu rasch nacheinander folgen.

Teenager können schon logisch denken, doch distanzieren sie sich noch nicht so gut wie Erwachsene von den Filminhalten. Eine aktuelle amerikanische Studie weist u.a. darauf hin, dass übermäßiger Fernsehkonsum bei Jugendlichen von über drei Stunden täglich auch die Schulleistungen negativ beeinflussen kann. „Bestimmte Regeln sollten immer eingehalten werden: Schulkinder dürfen erst fernsehen, nachdem sie ihre Hausaufgaben gemacht haben. Morgens vor dem Kindergarten oder der Schule und abends kurz vor dem Zubettgehen darf nicht „geklotzt“ werden, denn Kinder brauchen etwas Zeit, damit sie die Filminhalte verarbeiten können. Im Kinderzimmer hat ein Fernseher deshalb nichts verloren. Auch während des Essens ist das Fernschauen tabu. ‚Zappen’ und ‚Nebenbeilaufenlassen’ sollten ebenso auf die Verbotsliste“, empfiehlt der Vorstandsvorsitzende vom Paednetz Bayern. Wenn Eltern aber selbst diese Untugenden praktizieren, zeigen Kinder wenig Verständnis für solche Abmachungen. Warnzeichen dafür, dass ein Kind von bestimmten TV-Inhalten überfordert ist, sind z.B. Nägelkauen vor dem Fernseher, Drehen an den Haarspitzen, Zuhalten von Augen und Ohren, sich hinter dem Fernsehsessel oder Sofa verstecken oder rote Ohren und glühende Backen.

Elternratgeber Tipps zu Ernährung und Bewegung

In dem kostenlosen Ratgeber „Tut Kindern gut! Ernährung, Bewegung, Entspannung“ von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) finden Eltern einfache Regeln für Kinder bis zu zehn Jahren, was, wann und wie viel Kinder täglich zu essen bekommen sollten, wie viel Bewegung und Sport und auch Ruhepausen Kinder täglich brauchen, um gesund aufzuwachsen.

Wenn Eltern als Vorbild ebenso bestimmte Ernährungs- und Bewegungsverhaltensweisen einhalten, fällt Kindern das Befolgen bestimmter Richtlinien leichter.

„Tut Kindern gut! Ernährung, Bewegung, Entspannung“ kann unter www.bzga.de heruntergeladen oder unter folgender Adresse kostenlos bestellt werden:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
51101 Köln
Fax: 0221-8992257
E-Mail: order@bzga.de

Zecken rasch entfernen

zecke_01Mit den ersten warmen Tagen erwachen auch die Zecken aus ihrem „Winterschlaf“. Sie können Krankheiten wie Lyme-Borreliose über Bakterien aus ihrem Darm und Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) über Viren aus ihrem Speichel übertragen.

Hat sich eine Zecke festgebissen, sollte sie deshalb rasch entfernt werden – am besten mit einer spitz zulaufenden L-förmigen oder gebogenen medizinischen Pinzette. Auf keinen Fall darf der ‚Blutsack’ gedrückt werden, denn dies kann eine Übertragung von infektiösem Speichel und Darminhalt der Zecke auf den Wirt beschleunigen. Um den Zeckenkörper nicht zu quetschen, sollten Eltern die Zecke ausschließlich im Kopfbereich so nah wie möglich an der Haut fassen und sie dann senkrecht mit gleichmäßigem Zug unter leichten Drehbewegungen vorsichtig herausziehen. Äther, Öl, Vaseline, Klebstoff oder Nagellack schaden mehr als sie nützen, denn diese Hilfsmittel können dazu führen, dass der Parasit erstickt und sich dabei erbricht. Da sich die FSME-Erreger ebenso wie der Borreliose-Erreger in dessen Verdauungstrakt befinden, kommt es dann rascher zu einer Infektion.

Gegen FSME bietet ein Impfstoff Schutz, gegen Borreliose hilft nur die schnelle und vollständige Entfernung des Tieres. Denn die im Darm befindlichen Bakterien brauchen mehrere Stunden, bis sie durch den Stichkanal in das Blut des Opfers gelangen. Ist die Zecke erfolgreich beseitigt, sollte die Stichstelle desinfiziert werden. Tritt dort oder in der Nähe eine rote Färbung auf, oder bekommt das Kind Fieber, Kopfschmerzen und leidet unter grippeähnlichen Symptomen, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Kinder- und Jugendarzt.

Zecken überleben sogar Vollwaschgang

Zecken können sogar einen Vollwaschgang überleben. Das berichtet das Münchner Fachmagazin „MMW – Fortschritte der Medizin“ (Nr. 42/2007) unter Berufung auf Untersuchungen des Insektenforschers John Carroll vom US-Agrarforschungsdienst ARS in Beltsville (US-Staat Maryland). Dieser hatte dem Bericht zufolge eine Zecke in der Trommel seiner Waschmaschine herumkrabbeln gesehen und war der Sache auf den Grund gegangen.

Carroll sammelte Zecken und setzte sie verschiedenen Waschgängen aus, ein signifikanter Teil der Tiere überlebte sogar den Kochwaschgang. Nur die Behandlung im Wäschetrockner brachte alle Tiere zur Strecke – allerdings nur, wenn die Temperatur für eine Stunde auf höchste Stufe gestellt war. Bei empfindlichen Textilien könne das bedeuten: Zecke tot, Wäsche ruiniert. Einen Zeckenbiss könne man sich also auch noch Tage nach einem Waldspaziergang einhandeln, wenn man die Tiere mit der Kleidung nach Hause getragen habe, warnt die Zeitschrift.